Laborordnung

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Laborordnung für den MakerSpace

Prof. Hader, Prof. Naroska

- Version 1.2 vom 30.03.2016 –

Diese allgemeine Laborordnung legt grundsätzliche Verhaltensweisen fest, gibt Hinweise auf besondere Gefährdungen und regelt den Umgang mit Gefahrstoffen. Sie ist verbindlich, muss allen Beschäftigten und Nutzern bekannt sein und leicht ersichtlich ausgehängt werden. Die Beschäftigten und Nutzer haben die einzelnen Vorgaben strikt zu beachten und einzuhalten. Darüber hinaus sind insbesondere folgende Schriften für das Arbeiten im Labor verbindlich und zu beachten:

  • Einzelbetriebsanweisungen
  • Spezielle Betriebsanweisungen für Geräte und Verfahren

Alle Vorschriften, Betriebsanweisungen und aktuellen Sicherheits¬datenblätter sowie Stofflisten, Entsorgungshinweise u. dgl. befinden sich in der Laborsicherheitsmappe, die zur Einsichtnahme ausliegt.

Allgemeines

  • Der MakerSpace der Hochschule Niederrhein bietet Mitgliedern der Hochschule und externen Personen die Möglichkeit, ihre Ideen zu entwickeln und direkt mittels moderner Verarbeitungsmaschinen umzusetzen
  • Die Nutzer sind für die Einhaltung der gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen bei der Herstellung und Nutzung der von ihnen hergestellten Gegenstände selbst verantwortlich. Die Nutzer sind dafür verantwortlich, dass von den von ihnen mitgebrachten oder hergestellten Gegenständen oder Stoffen weder bei der Herstellung noch bei der Inbetriebnahme, dem Betrieb, der Lagerung oder Entsorgung Schäden für sich, andere oder die Gebäude und Einrichtung oder die Umwelt entstehen.
  • Machen Sie sich vor Beginn der Arbeiten mit der Lage des Not-Aus-Taster, der Feuerlöscheinrichtung und der Flucht- und Rettungswege vertraut.
  • Not-Aus-Taster und Fluchtwege müssen jederzeit freigehalten werden auch das Zuhängen mit Jacken und Zustellen mit Taschen ist unzulässig.
  • Im MakerSpace darf nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden, außer in der Küche, die im Labor integriert ist.
  • Im MakerSpace sind grundsätzliche geschlossene Schuhe zu tragen.
  • Den Anweisungen der Beschäftigten (Lehrende, wiss. und sonstige Mitarbeiter) ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Ohne vorherige Unterweisung durch die Aufsichten darf kein Arbeitsmittel, Maschine oder Versuchstand in Betrieb genommen oder genutzt werden. Die Unterweisung ist zu dokumentieren und von dem Unterwiesenen schriftlich zu bestätigen. Die an den Maschinen bzw. dem Versuchsstand angebrachten speziellen Hinweise sind zu beachten!
  • Prüfen Sie Maschinen und Werkzeuge vor der Inbetriebnahme oder Nutzung auf Beschädigungen und ordnungsgemäße Funktion. Defekte Maschinen und Werkzeuge dürfen nicht genutzt werden und sind der Aufsicht zu melden.
  • Versuchsaufbauten sind übersichtlich, (elektrische) Versuchsschaltungen sind übersichtlich und berührungssicher aufzubauen.
  • Geräte, Material, Aufzeichnungen für noch nicht fertige Arbeiten sind an dem dafür vorgesehenen Platz sicher und mit Namenskennzeichnung aufzubewahren. Unkontrollierte Bewegung, herabfallen oder lösen von Geräten, Arbeitsmitteln oder Bauteilen ist zu verhindern (z.B. durch formschlüssige Halterungen, Klemmeinrichtungen, Fixiereinrichtungen, Anschläge).
  • Die Einrichtung und die Geräte sind schonend zu behandeln. Mit dem Material ist sparsam umzugehen.
  • Der Arbeitsplatz ist jeweils nach Beendigung der Arbeit in ordnungsgemäßem Zustand (sauber, aufgeräumt und elektrisch spannungsfrei) zu verlassen
  • Das Mitringen oder Erzeugen von oder das Arbeiten mit gefährlichen, explosionsfähigen oder giftigen Stoffen ist nicht erlaubt.
  • Beschädigungen, Verluste oder andere Besonderheiten an Laboreinrichtungen und Geräten sind umgehend der zuständigen Aufsicht zu melden.

Für Arbeiten an/mit elektrischen Betriebsmitteln, Anlagen und sonstigen elektrischen Installationen sind zusätzlich folgende Anforderungen zu beachten:

  • Bei Arbeiten an elektrischen Betriebsmitteln, Anlagen und sonstigen elektrischen Installationen sind schon bei der Planung der Aufgabenstellung die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen einzuhalten.
  • Die Nutzer sind für die Einhaltung der gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen bei der Herstellung und Nutzung der von ihnen hergestellten elektrischen Betriebsmitteln, Anlagen und sonstigen elektrischen Installationen selbst verantwortlich.
  • Es ist zu prüfen, ob ungefährliche Spannungen angewendet werden können. Es ist zu beachten, dass aber auch bei kleinen Spannungen Gefährdungen entstehen können (z.B. durch Hitze aufgrund von Kurzschlüssen). Im Zweifel ist eine Elektrofachkraft des MakerSpace zur Beratung hinzuzuziehen.
  • Für Arbeiten an elektrischen Betriebsmitteln, Anlagen und sonstigen elektrischen Installationen mit einer Spannung ab 25 Volt (Wechselspannung oder Gleichspannung) muss grundsätzlich eine Elektrofachkraft hinzugezogen werden. Die Arbeiten sind zudem nur unter Leitung und Aufsicht von Elektrofachkräften des MakerSpace durchzuführen. Diese haben eine Unterweisung bzgl. Gefährdungen (elektrische Gefährdungen, aber auch sonstige wie umlaufende bewegte Teile, heiße Oberflächen, optische Strahlung und elektromagnetische Felder) und Schutzmaßnahmen durchzuführen. Dazu gehören auch Zugangsregelungen und Sicherungsmaßnahmen (z.B. Ausschluss der unbefugten Energiezuschaltung, Einhaltung von Sicherheitsabständen, Absperrung, Warnhinweise, Unterweisungen) zum Schutz von Dritten. Sie haben auch die Maßnahmen zur Eingrenzung von Personenschäden bei Arbeiten mit elektrischer Energie festzulegen und die Umsetzung sicher zu stellen.
  • Das Arbeiten mit oder an Spannungen über 1000V ist ohne Ausnahme verboten.

Notfalleinrichtungen

  • Zu den Notfalleinrichtungen gehören Handfeuerlöscher, Hauptschalter für Elektroversorgung, Gasabsperrventile, Verbandkästen.
  • Alle Notfalleinrichtungen dürfen weder verstellt noch verhängt werden. Sie sind gut erkennbar und frei zugänglich zu halten.
  • Alle Beschäftigten müssen die Standorte der Notfalleinrichtungen kennen und über ihre Funktion unterrichtet sein.
  • Handfeuerlöscher, die benutzt oder auch nur angebraucht wurden, sowie beschädigte (auch bei beschädigter Plombe) sind zwecks Austausch umgehend bei der Aufsicht zu melden.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Umgang mit Maschinen und elektrischen Anlagen

  • Geräte und Einrichtungen sind vor Aufnahme der Tätigkeit auf ihre Betriebssicherheit zu überprüfen. z.B. auf defekte Kabel, lockere Kontaktstellen etc.
  • Vor Versuchsbeginn sind aus Sicherheitsgründen elektrische Schaltungen und Versuchsaufbauten die Spannungen von 25V oder mehr führen durch eine Aufsicht zu überprüfen.
  • Vor Versuchsbeginn und nach Versuchende sind Schaltungen, Kraftstoffzuführungen, Entlüftungen, Abgasführungen und sonstige benötigte Versuchsaufbauten zu kontrollieren.
  • Es ist verboten, Sicherheits- und Schutzeinrichtungen zu umgehen oder außer Betrieb zu nehmen.
  • Persönliche Schutzausrüstung benutzen, z.B. Schutzschuhe, Schutzbrille etc.
  • Sicherheitskennzeichen beachten.
  • Das Arbeiten unter elektrischer Spannung ist verboten. Ist die Spannungsfreiheit nicht eindeutig erkennbar, muss durch Messung der Zustand der Versuchsanordnung festgestellt werden.
  • Unter elektrischer Spannung stehende Versuchsanordnung dürfen nicht sich selbst überlassen werden.
  • Beim Umgang mit rotierenden Maschinen ist eng anliegende Kleidung zu tragen, es dürfen keine Handschuhe getragen werden. Schmuck, z.B. Ringe, Ketten, Armbänder und Uhren sind abzulegen. Lange Haare sind zusammen zu binden und gegen Kontakt mit den Maschinen zu sichern, z.B. durch Haarnetz.
  • Maschinen und Geräte, die längere Zeit (auch über Nacht) in Betrieb bleiben, werden durch ein Hinweisschild gekennzeichnet; es müssen Einstelldaten, Betriebsdauer und Name des Betreibers daraus zu entnehmen sein. Für einen längeren Betrieb muss eine Genehmigung durch das Aufsichtspersonal eingeholt werden (siehe Brandschutzordnung Teil B der Hochschule Niederrhein). Voraussetzung für eine Genehmigung ist eine Risikoanalyse.
  • Vorsicht: Kondensatoren oder auslaufende elektrische Maschinen können auch bei ausgeschalteter Klemmspannung Spannung führen.
  • An Aufbauten, die zu Spitzenspannungen von über 40V führen können, darf nur mit einer Hand gearbeitet werden!

Umgang mit Gefahrstoffen

  • Sicherheitskennzeichen sind zu beachten.
  • Gefäße, die Substanzen enthalten, müssen sofort gekennzeichnet werden mit: Inhalt, Einfülldatum und Name des Einfüllenden.
  • Es ist untersagt, Gefahrstoffe in Gefäße abzufüllen, in denen üblicherweise Lebensmittel aufbewahrt werden.
  • Gefahrstoffe sind so aufzubewahren und zu lagern, dass sie die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden. Die Lagerung von gefährlichen Stoffen muss vom Gefahrstoffbeauftragten vorher genehmigt werden.
  • Bei Schweiß- Löt- und Ätzarbeiten sind spezielle Betriebsanweisungen zu beachten.
  • Persönliche Schutzausrüstung ist zu benutzen, z.B. Schutzbrille, Schutzhandschuhe und Schutzkittel.

Verhalten im Gefahrfall

  • Personenschutz geht vor Sachschutz.
  • Ruhe bewahren und überstürztes unüberlegtes Handeln vermeiden.
  • Gefährdete Personen warnen, ggf. zum Verlassen der Räume auffordern.
  • Feuer: Bei Ausbruch eines Brandes ist die Brandschutzordnung der Fachhochschule zu beachten und nach den dort festgelegten Regelungen zu verfahren.

Insbesondere gilt:

  • Notruf auslösen, Tel: 112
  • oder evtl. Druckknopfmelder betätigen.
  • Bis zum Eintreffen der Feuerwehr ist der Brand mit den vorhandenen Feuerlöschern zu bekämpfen, sofern dies gefahrlos möglich ist.
  • Veranlassen, dass Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr auf der Straße erwartet und eingewiesen werden.
  • Alle nicht an Lösch- oder Rettungsmaßnahmen beteiligten Personen haben den Gefahrenbereich zu verlassen.
  • Fenster und Türen sind geschlossen zu halten.
  • Aufzüge dürfen nicht benutzt werden.
  • Kleiderbrände sind mit Feuerlöschern oder Notduschen zu löschen, bzw. mit Löschdecken zu ersticken.
  • Wenn möglich, gleichzeitig gefährdete Personen aus Nachbarbereichen warnen und zum Verlassen der Räume auffordern.

Austreten gefährlicher Gase:

  • Wenn möglich, Ventile schließen oder, wenn ohne Eigengefährdung möglich, für gute Durchlüftung sorgen.
  • Bei brennbaren Gasen Zündquellen vermeiden, Elektroschalter nicht betätigen.
  • Vorgesetzten informieren.

Auslaufen von gefährlichen Flüssigkeiten:

  • Bindemittel für gefährliche Flüssigkeiten werden im Labor bereitgehalten.

Bei brennbaren Flüssigkeiten:

  • Zündquellen vermeiden,
  • Elektroschalter nicht betätigen,
  • für gründliche Durchlüftung sorgen, soweit ohne persönliche Gefährdung möglich.
  • Mit Saug- oder Bindemitteln aufnehmen,
  • ins Freie bringen oder dicht schließende Sammelbehälter verwenden und
  • Vorgesetzten informieren.
  • Der Entsorgung zuführen.

Bei ätzenden Flüssigkeiten:

  • Gut lüften,
  • mit geeignetem Bindemittel aufnehmen und
  • Vorgesetzten informieren.
  • Der Entsorgung zuführen.
  • Falls Verlassen der Räume erforderlich, nach Möglichkeit Apparaturen abstellen (außer Kühlwasser).

Erste Hilfe und Notrufnummern

  • Jeder Elektrounfall ist einem Arzt vorzustellen.
  • Bei allen Hilfeleistungen auf die eigene Sicherheit achten.
  • Bei Unfällen, die zu leichten Verletzungen, Unwohlsein oder Hautreaktionen geführt haben, ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Bei Unfällen mit schwerwiegenden Verletzungen sowie mit Verletzungen, deren Art und Schwere nicht eingeschätzt werden kann, ist unverzüglich ein Notarzt zu alarmieren.
  • Bis zum Eintreffen des Notarztes Erste Hilfe leisten.
  • Ortskundige Personen am Eingang des Gebäudes postieren, die den Notarzt auf direktem Weg zum Verletzten führen.
  • Hinweise für Erste-Hilfe-Maßnahmen siehe Aushang im Labor „Erste Hilfe“.

Wichtige Notrufnummer: Notruf: Feuerwehr / Krankentransport: Telefon: 112

Weitere Notrufnummern finden sich auf folgenden Schildern im Labor oder in der Nähe eines Telefons:

Laborordnung erste hilfe.png Laborordnung wichtige rufnummern.png

Entsorgung und Ressourcenschonung

  • Die Entsorgung von Gefahrstoffen und Elektronikschrott erfolgt durch den Katasterbeauftragten.
  • Porzellan und Glasscherben sowie andere harte Abfälle dürfen nicht in die Papierkörbe geworfen werden; sie sind ebenso wie Biomüll und Verpackungen in die Abfallbehälter auf den Fluren zu entsorgen.

Spezielle Arbeitshinweise

Pflichten des Aufsichtspersonals:

  • Nicht geeignete oder defekte Arbeitsmittel der Benutzung entziehen.
  • Öffnen des MakerSpace nur wenn eine Aufsicht vorhanden ist.
  • Hinweise für den Katasterverantwortlichen de MakerSpace:
  • Führen eines Katasters mit allen Arbeitsmitteln.
  • Regelmäßige Prüfung aller Arbeitsmittel, bei Elektrogeräten durch eine Elektrofachkraft.
  • Auslösen der Fehlerstromschutzeinrichtungen mindestens alle 6 Monate durch Betätigung der Prüftaste.
  • Hinweise für den Gefahrstoffbeauftragten des MakerSpace:
  • Erstellen und Verwalten des Gefahrstoffverzeichnisses.
  • Vorschriftsgemäße Lagerung der Gefahrstoffe.
  • Ausgabe von Gefahrstoffen nur an Befugte.

Mit freundlichem Dank an die Fachhochschule Münster für die zur Verfügungstellung dieses Dokumentes.